Mi., 02.12.2015 , 12:06 Uhr

Herrmann: keine Hinweise auf erhöhte Terrorgefahr

Nach den Pariser Terroranschlägen sind die Sicherheitsbehörden verunsichert. Spuren nach Deutschland sind nach wie vor nicht bekannt. Innenminister Joachim Herrmann spricht von einer ernsten Bedrohungslage, sieht aber keine erhöhte Gefahr für Veranstaltungen.

 

Knapp drei Wochen nach der Terrorserie von Paris haben Polizei und Geheimdienste keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr für Weihnachtsmärkte, Fußballspiele und andere öffentliche Veranstaltungen in Bayern. Auch eine grundsätzliche Erhöhung der „abstrakten Gefährdung“ sei aus der derzeitigen Hinweislage nicht abzuleiten, berichtete Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags. Prinzipiell gehen die Behörden aber von einer erhöhten Anschlagsgefahr aus. „Die Bedrohungslage ist ernst“, sagte Herrmann bei einer Sondersitzung des Innenausschusses im Landtag.

 

„Abstrakte Gefahr“ bedeutet im Behördenjargon ein allgemeines Gefahrenpotenzial, ohne dass Genaues bekannt wäre. „Deutschland steht unverändert stark im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus“, sagte Herrmann. Die bayerische Polizei ist deshalb angewiesen, ihre Sicherheits- und Einsatzkonzepte zu überprüfen.

 

Nach wie vor unbekannt ist, ob möglicherweise zwei der Pariser Attentäter auf ihrem Weg aus dem Nahen Osten nach Frankreich über Bayern gekommen seien. Es stehe fest, dass die zwei Männer mit syrischen Pässen in die EU eingereist und als Flüchtlinge auf der griechischen Insel Leros registriert worden seien, berichtete der Innenminister.

 

Herrmann sprach deshalb von einer „allgemeinen Wahrscheinlichkeit“, dass die Männer Bayern durchquert hätten – vielleicht seien sie aber auch auf anderem Weg nach Paris gekommen. „Die Probleme, dass viele Personen unkontrolliert unterwegs sind, die haben wir“, erklärte Herrmann.

 

Die Opposition kritisierte eine Fehlinformation der vergangenen Woche, derzufolge einer der Attentäter in Feldkirchen bei Straubing registriert worden sei – was sich anschließend als falsch herausgestellt hatte. „Ich bitte sehr, darauf zu achten, dass so etwas nicht noch einmal passiert“, sagte die Grünen-Abgeordnete Katharina Schulze. Der SPD-Abgeordnete Paul Wengert warnte, dass Rechtsextreme derlei Vorfälle nutzen könnten, um gegen Flüchtlinge Stimmung zu machen.

 

Dazu Herrmann: „Es geht nicht um die Frage, ob Flüchtlinge als Terroristen unterwegs sind, sondern ob Terroristen sich die Flüchtlingsströme zunutze gemacht haben.“ Die Flüchtlinge seien vor dem Terror geflohen und sollten nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Die falsche Information in der vergangenen Woche war nach Herrmanns Angaben vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zunächst „ausdrücklich bestätigt“ worden. Auslöser war demnach eine Verwechslung.

 

rico güttich / dpa

Anschlag Bayern Deutschland Gefahr Joachim Herrmann Sicherheit Terror

Das könnte Dich auch interessieren

03.12.2025 Warum die Haustür wichtiger ist als Sie denken Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 zeigt: Einbrecher nutzen überwiegend leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren, doch auch Haustüren (https://oknoplast.de/haustueren/) sind häufige Angriffsziele. Entscheidend ist die Widerstandsdauer. RC2-Türen halten einem Einbruchsversuch mindestens drei Minuten stand, RC3-Türen mindestens fünf Minuten. Das klingt nach wenig Zeit, doch genau diese Minuten machen den Unterschied: Die meisten Gelegenheitstäter geben bereits nach wenigen 03.03.2026 Firmenevent in München: Wie Unternehmen die Planung auslagern und unvergessliche Feste feiern Der Sommer in München steht vor der Tür und mit ihm der Wunsch vieler Unternehmen, ihren Mitarbeitern mit einem besonderen Event Wertschätzung zu zeigen. Ob ein lockeres Sommerfest an der Isar, eine elegante Gala oder ein innovatives Teambuilding – ein gelungenes Firmenevent stärkt den Zusammenhalt und die Motivation. Doch die Organisation ist oft eine enorme 01.03.2026 Studentische Aushilfe (m/w/d) Minijob IT - Inventarisierung 01.03.2026 Langzeitpraktikant/in Technik (m/w/d)