Fr., 25.05.2018 , 10:16 Uhr

Mord aus Frust? Urteil im Prozess um tödliches Feuer erwartet

Drei Menschen starben, als es im November 2016 in einem großen Mietshaus nahe dem Münchner Hauptbahnhof brannte. Ein Mann ist wegen Mordes angeklagt. Nun wird ein Urteil erwartet – doch der Fall ist verzwickt.

 

Was entfachte das Feuer, das einen Vater und seine zwei Töchter im November 2016 das Leben kostete – oder wer? Im Prozess um den Brand in einem Münchner Mietshaus soll es am Freitag (13.00 Uhr) ein Urteil geben. Vor dem Landgericht München I muss sich seit März ein 43-Jähriger wegen Mordes verantworten.

 

 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, das Feuer aus Frust über die Zustände im Haus und die häufigen Bewohnerwechsel gelegt zu haben. Handfeste Beweise gibt es allerdings nicht. Die Verteidigung hat daher auf Freispruch plädiert. Die Anklagebehörde dagegen fordert lebenslange Haft wegen Mordes sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Der 43-Jährige habe heimtückisch, aus niederen Beweggründen und mit gemeingefährlichen Mitteln gehandelt, so die Staatsanwaltschaft.

 

Brennende Matraze wird zur Todesfalle

 

Der Anklage zufolge hatte der Mann libyscher und tunesischer Staatsangehörigkeit in der Nacht zum 2. November 2016 eine Matratze im Treppenhaus des Gebäudes nahe dem Münchner Hauptbahnhof angezündet, vermutlich mit einem Feuerzeug. Er habe daraufhin das Haus verlassen, ohne die anderen Bewohner zu warnen – abgesehen von seinem Mitbewohner.

 

Rasch schlugen die Flammen nach oben. 39 Menschen befanden sich zu dem Zeitpunkt im Gebäude. Ein 37 Jahre alter Mann und seine zwei Töchter im Alter von 9 und 16 Jahren wollten wohl über das Treppenhaus vor den Flammen fliehen. Sie wurden jedoch noch im Gang der Wohnung im Dachgeschoss bewusstlos und starben den Ermittlungen nach an der Wirkung des Rauchgases und an der Hitze. Der Mann habe eine seiner Töchter im Tod umklammert gehalten, hatten Zeugen zu Beginn des Prozesses geschildert.

 

 

Einer der beiden Rechtsanwälte des Angeklagten, Walter Lechner, betonte vor der Urteilsverkündung, dass es sich um einen reinen Indizienprozess handele – es gebe keine DNA, keine Zeugen. «Und viele schwache Indizien führen auch in der Gesamtschau nicht zu einem Beweis», sagte er. Zudem habe sein Mandant, der die Vorwürfe zurückweist, entgegen der Annahme der Staatsanwaltschaft kein Motiv.

 

Entlastende Aussagen

 

Zeugen, darunter der Hausmeister und -eigentümer, hätten den 43-Jährigen als höflich beschrieben. Er habe zwar auf Missstände im Haus hingewiesen, sich allerdings nie aggressiv gezeigt. Zudem verwies Lechner auf die Angaben eines Sachverständigen, der zwar ausgeführt habe, dass wahrscheinlich ein Brandbeschleuniger verwendet worden war, um die Matratze zu entzünden. Unter bestimmten Umständen hätte aber auch etwa eine glimmende Zigarette zu dem Brand führen können.

 

 

dpa

Brand Brandstiftung Dreifachmord Feuer Gericht Mord Prozess

Das könnte Dich auch interessieren

23.06.2026 SEO-Beratung für Münchner Unternehmen: Wie finden Münchner Unternehmen die richtige SEO-Beratung? Bezüglich der Gewinnung neuer Kunden für Unternehmen spielt die digitale Sichtbarkeit eine ganz entscheidende Rolle. In einer wirtschaftsstarken Region wie München ist der Wettbewerb in vielen Branchen besonders intensiv. Eine Spitzenplatzierung in den Google-Suchergebnissen kann daher einen enorm wichtigen Wettbewerbsvorteil schaffen. Die professionelle Suchmaschinenoptimierung gehört zu den effektivsten Maßnahmen im Online-Marketing. Durch eine gezielte Optimierung 18.06.2026 Die KI-Revolution in München: Wie lokale Unternehmen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen Künstliche Intelligenz hat das Stadium eines reinen Schlagworts längst verlassen und ist zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor geworden, gerade hier im Herzen des „Isar Valley“. Für Münchner Unternehmen, vom etablierten Mittelständler bis zum agilen Start-up, ist KI keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern ein konkretes Werkzeug zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Technologie durchdringt sämtliche Branchen und verändert 18.06.2026 Erst die Strategie, dann die Kamera: Was ein Unternehmensvideo in München wirklich erfolgreich macht Bewegtbild ist in den meisten Münchner Unternehmen angekommen – die Kamera läuft, der Film steht auf der Website, ab und zu erscheint ein Clip auf LinkedIn. Trotzdem bleibt bei vielen ein Gefühl zurück: viel Aufwand, wenig Wirkung. Der Grund liegt selten an der Technik, sondern daran, dass Video oft wie ein einmaliges Deko-Projekt behandelt wird 18.06.2026 Bayerns Sonnen-Gold: Wie Direktinvestments in Solarparks mit Batteriespeicher stabile Renditen sichern Die bayerische Wirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: der Notwendigkeit einer schnellen und nachhaltigen Energiewende sowie dem Wunsch privater und institutioneller Anleger nach inflationssicheren und wertstabilen Kapitalanlagen. In diesem Spannungsfeld etabliert sich eine Anlageklasse, die beide Anforderungen elegant miteinander verbindet: Direktinvestitionen in Photovoltaikanlagen. Anders als bei anonymen Fonds oder schwankungsanfälligen Aktien handelt es sich hierbei