Di., 16.09.2014 , 10:48 Uhr

Oktoberfest 2014: Auftritt Josef Schmid, Wiesn-Chef

Josef Schmid, seines Zeichens zweiter Bürgermeister, CSU-Spitzenkandidat bei den Kommunalwahlen und Wirtschaftsreferent der bayerischen Landeshauptstadt München, bestreitet seine erste Wiesn als Chef auf dem größten Volksfest der Welt.

 

Vom OB-Kandidaten zum Wiesn-Chef

Noch während das Oktoberfest läuft, feiert Josef Schmid seinen 45. Geburtstag.

Eigentlich wollte er Chef im Rathaus werden – und das schon seit dem er 39 Jahre alt war. Bei den Kommunalwahlen 2008 musste er sich Christian Ude von der SPD geschlagen geben, der Oberbürgermeister blieb.

2014 hat er es nocheinmal versucht, scheiterte aber wieder an seinem Kontrahenden von der SPD, Dieter Reiter. Nur ging es für ihn diesmal nicht in die Opposition: Weil die SPD und die CSU zusammenarbeiten mussten, um im Rathaus eine vernünftige Regierung zu basteln, wurde er zweiter Bürgermeister und Chef des Referates für Arbeit und Wirtschaft.

 

 

Damit war „Seppi“ Schmid jetzt der Wiesn-Seppi.

 

Das Münchner Original auf dem Original Oktoberfest

Schon als Kind besuchte Josef Schmid mit seinen Eltern die Wiesn.

„Die riesigen Zelte haben mich damals ungeheuer beeindruckt“, erinnert sich Schmid. Heute geht der zweimalige Vater mit seinen eigenen Kindern auf das Oktoberfest. Nur jetzt eben auch als Chef.

 

 

Und als solcher greift der Papa durch auf der Theresienwiese:

Heute steht es in seiner Macht, welche Bewerber für ein Bierzelt dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden. Er stellt den offiziellen Wiesn-Maßkrug vor. Und beim Anzapfen des ersten Fasses steht er mit dem Oberbürgermeister und dem Ministerpräsidenten in der Anzapfboxe. Natürlich in Lederhose. Immerhin vier Stück besitzt er: „Die wertvollste gehört zu meiner Original-Werdenfelser Tracht“, sagt er. „Die älteste habe ich mir mit 17 Jahren gekauft. Und, ob Sie es glauben oder nicht: Sie passt mir immer noch!“

Zu einem Wiesnchef gehört, dass er den Wirten zeigt, wer der Herr im Hause ist.  Schmid zog bereits gegen teure Reservierungen in den Zelten zu Felde und verlangte, der Mindestumsatz für eine Reservierung solle nicht mehr als der Preis von zwei Mass Bier und einem Hendl sein. Schon für das nächste Jahr wolle er eine Obergrenze von 35 Euro einführen. Bisher kann ein Verzehrgutschein für eine Platzreservierung bis zu 85 Euro kosten.

 

Nach der Wiesn ist vor dem Rathaus

Zum Aufgeben ist Josef Schmid noch zu jung – auch was seine Rathaus-Ambitionen angeht.

Eigentlich jeder in München geht davon aus, dass er sich, wenn in sechs Jahren wieder Kommunalwahlen anstehen, wieder zur Wahl als mächtigster Mann Münchens stellen wird.

 

 

Und sein Oktoberfest ist ja auch nicht die schlechteste Wahlkampfplattform.

 

Während des Oktoberfestes sendet münchen.tv von 18 bis 21 Uhr täglich live von der Empore aus dem Hofbräu-Festzelt. Alle Infos rund um die Wiesn und die Sendung finden Sie hier:

adc / dpa

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