Mi., 31.05.2017 , 13:37 Uhr

Relegationsspiel TSV 1860 gegen SSV Jahn Regensburg - Resümee der Polizei München

So ein Debakel. Die Sechziger steigen in die 3. Liga ab. Da war nichts mehr zu retten. Doch dann eskalierte das Relegationsspiel des TSV 1860 gegen den SSV Jahn Regensburg in der Allianz-Arena. Die Fans schmissen mit Stühlen, zündeten ein Ballfangnetz an und randalierten.

 

Vergangenen Dienstag, 30. Mai 2017, kamen 62.000 Zuschauer in die Allianz-Arena in München, um beim Fußballspiel der Sechziger gegen Jahn Regensburg dabei zu sein. Am Ende kam es zu zahlreichen Straftaten der „Fans“.

 

Hier das Resümee der Polizei München:

 

Noch vor dem Spiel klaute ein 25-jähriger 1860-Fan ein Magnetschild eines Polizeiautos. Der Mann konnte jedoch festgenommen werden. Eine andere unbekannte Person zündete einen pyrotechnischen Gegenstand an.

 

Des Weiteren musste die Polizei am Marienplatz eingreifen als Regensburger Fans ankamen, denn Anhänger der gegnerischen Mannschaft provozierten diese so, dass sogar fünf Platzverweise ausgesprochen werden mussten. Es war nötig, dass die Polizei vor dem Spiel sechs mal gegen 60er-Fans und elf Mal gegen Gastfans eingreifen musste, um Schlimmeres zu verhindern.

 

Ankunft SSV Jahn Fans am Hauptbahnhof München © Bundespolizeiinspektion München

 

Während den Spiels kam es dann zu mehreren Brandstiftungen. Bislang unbekannte Täter zündeten in der 70. Spielminute das Ballfangnetz in der Nordkurve an, das in einer Fläche von 30 mal 30 cm anschmorte. Außerdem zündeten ebenfalls in der Nordkurve einige Zuschauer ihre TSV-1860-Fan-Schals an.

 

Darüber hinaus wurden pyrotechnische Gegenstände und Fahnenstangen auf das Spielfeld geworfen, weswegen das Fußballspiel sogar für zwölf Minuten unterbrochen werden musste. Doch die Unterbrechung provoziere die Löwenfans offenbar noch weiter: Sie rissen Stühle aus ihren Verankerungen und schleuderten sie auf das Feld. Dabei wurden zehn Beamte verletzt. Polizisten, die an der Nordkurve eingesetzt waren, versuchten, die Ausschreitungen der Fans einzudämmen.

 

Um zu verhindern, dass weitere Gegenstände auf das Spielfeld und die Beamten geworfen wurden, musste die Polizei fünf Mal Reizstoffsprühgeräte einsetzten. Es wurden Videoaufnahmen von weiteren Sachbeschädigungen, gefährliche Körperverletzungen und anderen Straftaten gesichert, die nun ausgewertet werden können.

 

Polizisten müssen Fans in der Nordkurve in der Allianz Arena zurückhalten

 

Bei Fortsetzen des Spiels kam es noch vereinzelt dazu, dass Fans Sitzschalen oder Fahnenstangen auf das Spielfeld schmissen. Zum Glück kam es aber zu keinen Verletzungen.

 

Nach dem Spiel versuchten um die 150 Menschen wieder in das Stadion zu gelangen. Allerdings verhinderte die Polizei dies mit ihren Einsatzkräften, indem sie die Fans zurückdrängen konnte.

 

Insgesamt mussten die Beamten zehn Personen wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Diebstahl, Hausfriedensbruch und Beleidigung, vorläufig festnehmen.

 

Am Abend gegen 21:00 Uhr versammelte sich noch dazu eine Gruppe von 50 TSV-Anhängern vor der Geschäftsstelle des TSV 1860 München und machte lautstark ihrer Enttäuschung über die Niederlage Luft.

 

Schließlich kam es noch zu einem weiteren Vorfall um halb zehn in Haar. Ein betrunkener Mann solle in der St.-Konradstraße mit einer Waffe drei Mal auf einen Holzstoß gefeuert haben. Er konnte später in seiner Wohnung angetroffen werden und dort gab er zu, aus Frust über das Spiel, die Schüsse abgefeuert zu haben. Er hatte 2,0 Promille Alkohol im Blut. Eine entsprechende Ermittlung wurde von der Kriminalpolizei eingeleitet.

 

 

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