Di., 26.04.2016 , 11:47 Uhr

Warnstreik: Hunderte Flüge fallen am Mittwoch aus - viele Kitas zu

Der Warnstreik der Gewerkschaft verdi trifft München hart. Zehntausende Passagiere müssen sich am Mittwoch auf Flugausfälle einstellen. Am Dienstag blieben viele Kitas geschlossen.

 

 

Mehr als 500 Flüge fallen in München aus

 

 

Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst wollen die Gewerkschaften die Arbeitgeberseite mit massiven Warnstreiks zum Einlenken bewegen. Am Dienstag legten nach Verdi-Angaben mehr als 5000 Beschäftigte in Bayern die Arbeit vorübergehend nieder. In München blieben mehr als 150 Kindergärten, Kitas und Horte geschlossen. Am Mittwoch trifft der Warnstreik dann Reisende am Münchner Flughafen: Lufthansa, Air Berlin und andere sagten Hunderte Flüge ab, weil Mitarbeiter der Bodenabfertigung und der Sicherheitsgesellschaft zum Warnstreik aufgerufen sind.

 

 

Die Lufthansa hat alle Interkontinentalflüge von und nach München gestrichen, aber auch viele innerdeutsche und europäische Verbindungen. Von insgesamt 600 Flügen von und nach München wird es nach Angaben des Unternehmens nur rund 90 geben, gut 500 fallen aus.
Air Berlin teilte auf seiner Internet-Seite mit, dass alle innerdeutschen Flüge bis 12.00 Uhr sowie der Flug nach Neapel ausfallen müssten. Langstreckenflüge werden demnach über Nürnberg abgewickelt, Interkontinentalflüge mit Ziel München dorthin umgeleitet. Auch andere Fluggesellschaften seien von den massiven Warnstreiks betroffen, hieß es vorab. Damit dürfte von rund 1100 geplanten Starts und Landungen mehr als die Hälfte ausfallen.

 

 

Jede 3. Kita blieb am Dienstag in München zu

 

 

Am Dienstag blieben in München nach Angaben eines Stadt-Sprechers mindestens 140 Kitas und Kindergärten sowie 22 Tagesheime und Horte geschlossen – von 426 insgesamt. Betroffen waren aber auch die Stadtwerke, die Müllabfuhr, die Straßenreinigung und das Baureferat. Geschlossen blieben laut Verdi auch drei städtische Bäder, vier Bibliotheken und die Kfz-Zulassungsstelle im Kreisverwaltungsreferat.

 

 

Warnstreiks gab es auch in anderen Städten im Großraum München sowie in Augsburg, Regensburg, Würzburg, Ingolstadt und vielen anderen Kommunen. In Würzburg fuhr nach Verdi-Angaben keine Straßenbahn mehr. In München und Augsburg gab es Kundgebungen, an denen nach Gewerkschaftsangaben jeweils mehr als 2500 Beschäftigte teilnahmen.

 

 

Verdi fordert für die zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen unter anderem sechs Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben inzwischen drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten, was die Gewerkschaften aber ablehnten. Die dritte Verhandlungsrunde ist am 28. und 29. April. Bereits vergangene Woche hatte es viele Warnstreiks in Bayern gegeben.

 

 

(dpa/lby)

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