Oktoberfest 2014 München Dirndlschleife richtig Binden

Lederhosen und Dirndl - Traditionelles Handwerk rückt immer mehr in den Hintergrund

In Bayern ist Tracht quasi ein Aushängeschild regionaler Traditionen. Und die können am besten gepflegt werden, wenn es noch Schneider, Hutmacher, Säckler und Schuhmacher finden, die sich auf die alte Handwerkskunst verstehen. Doch das wird schwieriger.

 

Der bayerische Trachtenverband macht sich Sorgen um das traditionelle Handwerk. Viele Menschen würden für die unterschiedlichsten Volksfeste Dirndl und Lederhosen kaufen, die in Asien hergestellt werden. „Man kann nicht für 60 Euro eine qualitativ hochwertige Lederhose erwarten“, sagte Verbandsgeschäftsführer Erich Tahedl der Deutschen Presse-Agentur. Es sei dem Verband ein großes Anliegen, dass die Hersteller von Trachten auch ordentlich bezahlt werden. Und das sei bei Ware aus Asien nicht immer der Fall. „Was haben Menschen, die für diesen Preis etwas fertigen, für eine Entlohnung?“

 

In Bayern gibt es noch immer viele alte Handwerkskünste wie Säckler, die die Lederhosen machen, Schuhmacher, Hutmacher und Schneider. Zudem wird vieles für die Trachten in Handarbeit hergestellt – wie zum Beispiel Stricken, Klöppeln, Sticken. „Diese alten Berufe und Handwerkskünste wollen wir gern in Lohn und Brot halten. Doch das wird immer schwieriger“, sagte Tahedl weiter.

 

 

Und das liege nicht unbedingt an der mangelnden Nachfrage. „Die Schwierigkeit liegt auf der anderen Seite. Dass man Leute findet, die das Handwerk erlernen wollen. Es gibt mittlerweile nur noch wenige Hutmacher, und es wird auch eng bei den Herrenschneidern.“ Im Damenbereich dagegen gebe es sehr gute Schneiderinnen, die sich wirklich nach historischen Vorlagen mit der Tracht befassen. „Das sind keine Dirndl-Designerinnen, sondern handwerkliche Schneiderinnen.“ Zudem gebe es noch einige sehr gute Säckler in Bayern.

 

„Es ist eine große Herausforderung, die regionale Trachtenvielfalt zu erhalten“, sagte Tahedl weiter. Deshalb sei es ein großer Wunsch, die Traditionen und die Tracht an die Jugend und gern auch Neubürger weiterzugeben. Da werde aber auch in den Schulen viel getan.

 

as/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Bild von motointermedia auf PixabayAnzeige4. Sep. 2026 11:01B2B-Marketing zur Wiesn: Wie Unternehmen das Oktoberfest 2026 strategisch nutzenDer September 2026 steht in München und weit über die Stadtgrenzen hinaus wieder ganz im Zeichen der bayerischen Tradition. Für Unternehmen bietet diese Zeit eine …4. Sep. 2026 11:01Anzeige16. Juli 2026 17:09Wie ein Zauberer Events in München unvergesslich machtWer in und um München ein Fest plant, steht schneller vor einer logistischen Mammutaufgabe als ein Tourist ohne Ticket am Hauptbahnhof. Die bayerische Landeshauptstadt ist bekannt für …16. Juli 2026 17:09Bild von Sebastian Ganso auf PixabayAnzeige18. Juni 2026 10:31Bayerns Sonnen-Gold: Wie Direktinvestments in Solarparks mit Batteriespeicher stabile Renditen sichernDie bayerische Wirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: der Notwendigkeit einer schnellen und nachhaltigen Energiewende sowie dem Wunsch privater und institutioneller …18. Juni 2026 10:31Anzeige13. Mai 2026 10:14Mein Körper, meine Entscheidung: Warum Schönheits-OPs kein Tabu mehr sindÄsthetische Eingriffe werden heute deutlich offener thematisiert als noch vor einigen Jahren. Was früher häufig hinter verschlossenen Türen blieb, ist inzwischen Teil öffentlicher Gespräche …13. Mai 2026 10:14
expand_less