Do., 03.11.2016 , 12:33 Uhr

Stalker-Mord in Giesing: Tod der Ex-Freundin möglicherweise geplant

Roland Burzik, der mutmaßliche Stalker-Mörder von Giesing, ist immer noch auf freiem Fuß. Warum  der Mann immer noch nicht von der Polizei gefasst werden konnte liegt eventuell daran, dass er die Tat möglicherweise lange im Voraus geplant hat.

 

Am 16. August wird die 45-jährige Tsin-ieh L. mit einem 25 Zentimeter langen Brotmesser in ihrem Hausflur erstochen. Der Täter flüchtet und konnte bis heute nicht gefasst werden.

 

Kurz nach der Tat stellte der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn eine Anfrage an die Staatsregierung: Es ging um die Frage, wie die Behörden bei dem Fall vorgegangen sind, denn Burzik war ein aktenkundiger Stalker, der das Opfer über sieben Jahre verfolgt hatte. Die Frau zog mehrfach um und bat auch ihre Nachbarn um Hilfe. Und trotz eines gerichtlich verordneten Kontaktverbots konnte es zu dem Mord kommen.

 

Seitdem ist Burzik untergetaucht. Die Polizei vermutete ihn in den Bergen, doch die Suche verlief trotz ausgedehnter Fahndung und Flugblatt-Aktion erfolglos. Der Fall wurde dann sogar in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ behandelt – doch wieder ohne Ergebnis.

 

Für Justizminister Winfried Bausback ist es deshalb möglich, dass Burzik seine Tat und die anschließende Flucht schon lange geplant hatte. Als Erklärung sagte er, dass Burzik sich zwei Tage nach dem Mord wegen Nachstellung und dem Vergehen nach dem Gewaltschutzgesetz vor Gericht hätte verantworten müssen. Doch rund einen Monat vor dem Angriff auf seine Ex-Freundin beantragte er eine Verschiebung des Termins, da er an dem Tag der Verhandlung nicht in München sei.

 

Der Justizminister geht daher von der Annahme aus, dass Burzik mindestens vier Wochen Zeit hatte, um seine Tat zu planen und seine Flucht vorzubereiten. Die Behörden schließen derweil auch einen Suizid von Burzik nicht mehr aus. Ob der 45-jährige einen langjährigen Plan zum Untertauchen ausgearbeitet hat oder mittlerweile ebenfalls tot ist – die Polizei arbeitet immer noch auf Hochtouren um den mutmaßlichen Täter zu finden.

 

 

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