Mo., 06.07.2015 , 11:25 Uhr

München: 2. Stammstrecke kostet bis zu 3,1 Milliarden

Die zweite S-Bahn Stammstrecke durch die Münchner Innenstadt soll noch teurer werden, als bislang angenommen. Nach neusten Berechnungen soll der Tunnel bis zu 3,1 Milliarden Euro kosten. Die Inbetriebnahme soll frühstens 2024 erfolgen.

 

Kostenschätzungen sollen erneut überprüft werden

 

Die Verzögerungen bei der Verwirklichung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München treiben die Kosten für das Milliardenprojekt immer weiter in die Höhe. Bahnvorstand Volker Kefer nannte am Montag in München eine voraussichtliche Gesamtsumme von rund 2,9 Milliarden Euro. Inklusive eines weiteren Risikopuffers ergebe sich sogar eine Summe von 3,1 Milliarden Euro, sagte Kefer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU). Als Grund nannte er sozusagen automatische Kostensteigerungen, weil sich der Bau um mehrere Jahre verzögert.

 

 

Herrmann stellte eine endgültige Entscheidung des Kabinetts nun ungefähr für Mitte 2016 in Aussicht – und eine Inbetriebnahme 2024 oder 2025. Zunächst soll aber noch einmal überprüft werden, ob die bisherigen Kostenschätzungen tatsächlich ausreichend sind. Herrmann ließ aber keinen Zweifel daran, dass er die Stammstrecke für notwendig hält. Darüber sei er sich auch mit dem Bund und dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) einig.

 

Anwohnerklagen werden erwartet

 

 

Urprünglich wurden die Baukosten vor fünf Jahren noch auf 2,047 Milliarden Euro beziffert. Außerdem steht zu erwarten, dass Anwohner und Gewerbetreibende im Stadtteil Haidhausen gegen das Bauvorhaben vor Gericht ziehen könnten.

 

 

Derweil fordert der Fahrgsatverband Pro Bahn, dass die von der Politik versprochenen Bauausschreibungen zum Festpreis erfolgen. „Möchte man die Angebote der Baufirmen als Entscheidungsgrundlage nehmen, dann muss das ein Festpreis sein, in dem alles drin ist“, so Andreas Barth, Sprecher des Fahrgsatverbandes. Kostensteigerungen darf es nach den Angeboten der Baufirmen laut Pro Bahn nicht mehr geben.

 

 

dpa / sg

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