Mi., 15.02.2017 , 09:26 Uhr

Warnstreiks in Bayern - Mehr als 2500 Beschäftigte legten die Arbeit nieder

Es ist eigentlich fast schon Tradition im öffentlichen Dienst: Kurz vor der dritten Tarifrunde wird demonstriert. Diesmal beteiligen sich viele Polizisten, Lehrer und Angestellte aus Bayern um sechs Prozent mehr Lohn zu fordern. Ob es was gebracht hat, wird sich frühestens Ende der Woche zeigen.

 

Mehrere Tausend Beschäftigte des Freistaats haben am Dienstag in Bayern ihre Arbeit niedergelegt. „Die Kollegen sind wirklich angefressen“, sagte Norbert Flach, Tarifkoordinator und Vize-Bezirksleiter der Gewerkschaft Verdi in Bayern. Wie in anderen Bundesländern richteten sich die Warnstreiks der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst an die Finanzminister. In Bayern hätten sich deutlich mehr Landesbeschäftigte beteiligt als erwartet, sagte Flach – nämlich mehr als 2500. Allein in München seien mehr als 1500 Demonstranten zur Streikkundgebung gekommen.

 

Den Anfang machten am frühen Morgen Mitarbeiter der Autobahn- und Straßenmeistereien, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sagte. An Schulen, Horten und Kindertagesstätten erschienen Mitarbeiter nicht zum Dienst. Auch einige Polizisten und Berufsfeuerwehrleute legten ihre Arbeit nieder. Betroffen waren alle Regierungsbezirke. Verdi, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie die Gewerkschaft der Polizei fordern Verbesserungen von insgesamt sechs Prozent. Die Tarifgemeinschaft der Länder lehnt dies als zu hoch ab.

 

Im Freistaat arbeiten zwischen 80 000 und 90 000 Menschen im öffentlichen Dienst – bundesweit sind es nach Schätzungen der Gewerkschaften etwa 800 000. Genaue Zahlen liegen keine vor, da die Länder diese nicht veröffentlichen.

 

In der Landeshauptstadt München demonstrierten am Vormittag mehrere Hundert Menschen in der Innenstadt – an dem Protestumzug beteiligten sich auch Polizisten. „Der öffentliche Dienst darf in der Einkommensentwicklung nicht länger hinter der Privatwirtschaft hinterherhinken. Wir fordern mehr Geld und sichere Arbeitsplätze für die Tarifbeschäftigten“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow.

 

Im Münchner Klinikum Großhadern waren nach Angaben von Verdi 20 Operationssäle nicht in Betrieb, im Klinikum rechts der Isar sogar 28. Notoperationen waren aber gewährleistet. An der Uniklinik Würzburg seien einige geplante OPs sicherheitshalber verschoben worden, sagte der ärztliche Direktor, Georg Ertl. Rund ein Drittel der 6000 Mitarbeiter des Hauses ist streikberechtigt. „Es läuft alles den Umständen entsprechend bestmöglich“, sagte Ertl. Der Notfallplan greife, mehr Probleme als der Warnstreik mache die Grippewelle.

 

Mit den Protestaktionen, die zeitgleich auch in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg und Sachsen-Anhalt stattfanden, wollten die Gewerkschaften vor der dritten Tarif-Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag in Potsdam den Druck auf die Länder erhöhen. Ende Januar war die zweite Verhandlungsrunde erfolglos zu Ende gegangen.

 

Auch Beschäftigte von Universitäten und Unikliniken wie in Würzburg beteiligten sich zwischen 5.00 und 23.00 Uhr an dem Warnstreik. Einzig Ärzte und verbeamtete Mitarbeiter sind hier nicht streikberechtigt. Eine Notdienstvereinbarung garantiere aber die Versorgung von Notfallpatienten und sensibler Bereiche wie der Intensivstationen, der Geburtshilfe oder der Kinderklinik, hieß es.

 

bn/dpa

% 6 Autobahn Bayern Berufsfeuerwehr Geld Hort Kindergarten Kita Krankenhäuder Krankenhaus lohn mehr München öffentlicher Dienst Polizei Schule sechs Prozent Straßenmeisterei streiks Tarif Tarifrunde Verdi

Das könnte Dich auch interessieren

16.07.2026 Wie ein Zauberer Events in München unvergesslich macht Genau an dieser Stelle setzen innovative Eventplaner auf ein Entertainment, das den klassischen Rahmen sprengt und für echten, unzensierten Gesprächsstoff sorgt. Ein professioneller Zauberkünstler München bringt genau die richtige Mischung aus ungläubigem Staunen, feinsinnigem Humor und einem Hauch Exklusivität mit, die aus einer gewöhnlichen Zusammenkunft ein unvergessliches Highlight macht. Wenn die Logik für ein paar 18.06.2026 Bayerns Sonnen-Gold: Wie Direktinvestments in Solarparks mit Batteriespeicher stabile Renditen sichern Die bayerische Wirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: der Notwendigkeit einer schnellen und nachhaltigen Energiewende sowie dem Wunsch privater und institutioneller Anleger nach inflationssicheren und wertstabilen Kapitalanlagen. In diesem Spannungsfeld etabliert sich eine Anlageklasse, die beide Anforderungen elegant miteinander verbindet: Direktinvestitionen in Photovoltaikanlagen. Anders als bei anonymen Fonds oder schwankungsanfälligen Aktien handelt es sich hierbei 13.05.2026 Mein Körper, meine Entscheidung: Warum Schönheits-OPs kein Tabu mehr sind Ästhetische Eingriffe werden heute deutlich offener thematisiert als noch vor einigen Jahren. Was früher häufig hinter verschlossenen Türen blieb, ist inzwischen Teil öffentlicher Gespräche geworden – ob in sozialen Medien, Podcasts oder persönlichen Erfahrungsberichten. Parallel dazu verändert sich auch die ästhetische Medizin selbst: Viele Menschen wünschen sich heute keine möglichst auffälligen Veränderungen mehr, sondern natürliche 22.04.2026 Wie Münchner ohne Stress fit bleiben Die Informationsflut im Netz ist gewaltig und oft mehr ermüdend als erhellend. Dabei ist Gesundheitsmanagement im aktuellen Jahr keine Frage der Erschöpfung mehr, sondern eine des geschickten Timings und der richtigen digitalen Verbündeten. Statistiken zeigen, dass über 60 Prozent der Deutschen ihre Gesundheitsfragen zuerst dem Internet stellen, bevor sie überhaupt den Hörer für einen Termin